Ausführliche Beschreibung und Regeln

der Freien Systemischen Aufstellungen

 

 

 

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Was sind überhaupt Aufstellungen?

 

Wer Aufstellungen schon erlebt hat und ein bisschen Hintergrundwissen besitzt, braucht die folgenden Absätze nicht zu lesen. Ich schreibe unten für diejenigen, die sich noch nie mit Aufstellungen auseinandergesetzt haben. Und für die, die schon einmal etwas davon gehört aber es noch nie erlebt haben.

 

Der rote Faden: Das Resonanz-Phänomen - oder: Die resonierenden Empfindungen

Es gibt Familienstellen, Familienaufstellungen, Systemaufstellungen, Systemische Aufstellungen, Organisationsaufstellungen, Strukturaufstellungen, Dynamische Aufstellungen, Schamanische Aufstellungen, Spirituelle Aufstellungen, Politische Aufstellungen, Literarische Aufstellungen, Drehbuchaufstellungen, unterschiedliche Rollenspiele, therapeutischer und nicht-therapeutischer Art, Walking-In-Your-Shoes (WIYS) uvm.

 

Alle arbeiten mit dem gleichen Phänomen: Ein Mensch stellt sich für eine (Stellvertreter-)Rolle zur Verfügung, beginnt also, diese Rolle zu "spielen" oder in ihr zu "gehen" (WIYS) oder einen anderen Menschen zu vertreten (Stellvertretung) - und als Folge davon nimmt er in sich Körpergefühle oder Emotionen oder Handlungsimpulse wahr (mehr oder weniger intensiv), die auf seltsame Weise mit der (Stellvertreter-)Rolle zusammenhängen, die derjenige spielt.

Seit diesem Jahr (2014) gebe ich diesem Phänomen den von mir kreierten Begriff:

"Resonierende Empfindung". (Siehe dazu auch meine Erkenntnis / These vom 26.10.2014)

 

Es ist wirklich verblüffend: Wenn ich ein bestimmtes Problem im Alltag habe und ich lasse es von Stellvertretern in einem Rollenspiel darstellen, dann spiegelt sich mein Problem in den Impulsen, Gefühlen und Aussagen der Stellvertreter wieder. Machmal sogar 1 zu 1. Das bedeutet: Haben beispielsweise meine Frau und ich in einer Sache einen bestimmten Konflikt und wir lassen diesen Konflikt von zwei Stellvertretern darstellen (eine für meine Frau und einen für mich), dann entsprechen die Aussagen der Stellvertreter fast wortwörtlich den Sätzen, die meine Frau und ich im Alltag verwendet haben. Ohne dass die Stellvertreter davon wussten.

Oder wenn ich ein Projekt im Job durchführen möchte, dabei aber bestimmte Hindernisse fühle, dann stellen die Rollenspieler diese Situation so passend dar, wie ich sie zurzeit empfinde.

Manchmal fühlen Stellvertreter sogar eine Tendenz, die ein wenig in der Zukunft liegt. Bisher habe ich schon zwei Mal erlebt, dass ich mich irgendwo beworben habe (z. B. mit einem Buch bei einem Verlag oder mit einem Konzept bei einer Gesellschaft für Fernsehproduktionen) und die Stellvertreter mir die Entscheidung und teilweise sogar die Begründung der jeweiligen Verantwortlichen widerspiegelten, noch bevor ich von dort ein Feedback bekommen hatte, bevor eine Zu- oder Absage kam.

Entscheidend dabei ist, dass die Stellvertreter/Rollenspieler vor der Aufstellung von mir nicht eingeweiht wurden. Sie wissen teilweise also gar nicht, was sie für Rollen übernommen haben. Sie besitzen keine weiteren Informationen, sondern folgen einfach nur ihren Empfindungen und Handlungsimpulsen während der Aufstellung.

 

Die Beobachtung dieses Phänomens von stimmigem Verhalten von Stellvertretern oder Rollenspielern kommt in allen Aufstellungen vor. Überall, wo Aufstellungen eingesetzt werden, machen Menschen genau diese Erfahrung. Dabei kann sich niemand erklären, wie das funktioniert. Skeptiker verleugnen dieses Phänomen gerne und schieben es in eine "esoterische" Ecke.

 

Keine abgehobene Esoterik!

Dieses Phänomen tritt so oft bei Aufstellungen auf, dass sicherlich über eine Million Menschen innerhalb der letzten 20 Jahre das schon erleben durften, es empirisch überprüfen konnten und gezielt damit arbeiten. Im therapeutischen Bereich, in Firmen, in der Kunst, beim Erstellen von Drehbüchern etc. Ein Unternehmensberater hat mir erzählt, dass sogar bei manchen BMW-Filialen neue Mitarbeiter zunächst eine Aufstellung durchführen müssen, bevor sie eingestellt werden. Der Effekt: Die Mitarbeiter lernen dadurch einen empathischen Umgang miteinander.

 

Diese überall vorhandene Anwendung von Aufstellungen könnte man also bereits als "empirischen Beweis" für dieses Phänomen der resonierenden Empfindungen nutzen. Es ist kein "Humbug" - sondern was ist es dann?

Ich würde sagen, es ist vollkommen "normaler" menschlicher Empathie-Alltag. Vielleicht könnten wir sogar "Schwarm-Intelligenz" dazu sagen. Denn auch im alltäglichen zwischenmenschlichen Bereich können wir dieses Phänomen erleben: in Form von Mitgefühl. Ein Mensch möchte einem anderen Menschen helfen, fühlt sich in den anderen Menschen ein (stellt sich ihm also im Grunde "zur Verfügung") und schon kann er in sich selbst die Stimmungen des anderen Menschen empfinden. Eine normale "Gefühlsansteckung" ("Ich fühle, was du fühlst", sagt Neurowissenschaftler Joachim Bauer dazu).

Viele Menschen sind sich im Alltag nur nicht richtig bewusst, dass sie sich mit ihrer Empfindung in "Resonanz" zum anderen befinden. Doch sicherlich fast jeder kann sich daran erinnern, dass er in seinem Leben schon einmal folgende Sätze gesagt hat:

"Immer, wenn ich ...xyz... treffe, dann steckt er mich mit seiner Lebensfreude positiv an!"

Oder: "Immer, wenn ich ...abc... treffe, zieht er mich mit seiner Energie so richtig runter!"

 

Der Unterschied zwischen solchem Alltag und Aufstellungen ist, dass wir uns bei Aufstellungen noch viel gezielter einem anderen Menschen in Rollen zur Verfügung stellen und alle unsere eigenen Ziele während der Aufstellung hinten anstellen. Dadurch wird diese Gefühlsansteckung, diese "Resonanz" noch viel deutlicher.

Dass eine solche Resonanz sogar ab und zu über die Ferne funktioniert, ist mit unserem normalen Menschenverstand nicht mehr nachvollziehbar. Doch es wird von vielen Teilnehmern immer wieder berichtet.

Wir machen beispielsweise öfter die Erfahrung, dass während einer Aufstellung die aufstellende Person auf ihrem Handy von genau der (nicht anwesenden) Person angerufen wird, die gerade von einem Stellvertreter in der Aufstellung vertreten wird (wie z. B. die Mutter, die Tochter, der Bruder oder der Partner). Der andere scheint zu spüren, dass gerade intensiv an ihn gedacht wird, und meldet sich.

Oder ein Teilnehmer berichtet beispielsweise nach seiner Aufstellung, in der ein Stellvertreter den Bruder repräsentiert hat, zu dem seit Jahren kein Kontakt besteht, dass dieser Bruder am nächsten Tag plötzlich angerufen hat.

 

Wer dies noch nicht erlebt hat, der mag glauben, dass so etwas reine Einbildung von gutgläubigen Menschen ist und damit nicht ernst genommen zu werden braucht. Doch inzwischen gibt es genug Berichte von vielen vernünftig denkenden Menschen - und ich habe selbst in über 18 Jahren immer wieder Synchronizitäten erleben dürfen, die keine Zufälle gewesen sein können ...

Leider weiß die aktuelle Wissenschaft nicht, wie sie dieses Phänomen von Stellvertretern in Aufstellungen zuverlässig erforschen soll. Denn wenn sie es ernst nimmt, dann muss sich jeder Forscher gleichzeitig bewusst bleiben: Allein durch seine Beobachtung und seine innere Haltung beeinflusst er das Ergebnis seiner Forschungen.

Wie soll da ein "objektiv wissenschaftliches Forschungsergebnis" möglich sein? Dieses Phänomen wird sich wahrscheinlich immer wieder jeder objektiven Beweisbarkeit entziehen.

Deswegen gibt es auch viele "professionelle" Personen, die sich nicht "trauen", dieses Phänomen ganz direkt in Worte zu fassen. Sie haben die Befürchtung, dadurch in eine esoterische Ecke geschoben zu werden, als unseriös oder unprofessionell zu wirken...

Es gibt eine professionell wirkende Bezeichnung von Prof. Dr. Matthias Varga von Kibéd: Stellvertreter einer Aufstellung hätten eine "Repräsentierende Wahrnehmung".

Wie oben schon beschrieben habe ich für dieses Phänomen in Systemischen Aufstellungen und im Alltag den Begriff "Resonierende Empfindungen" eingeführt. Wir befinden uns auf noch nicht erklärbare Weise in "Resonanz" zu jemand oder etwas anderem und entwickeln daraufhin bestimmte Empfindungen, die wir dann in uns wahrnehmen können. Diese Empfindungen erleben wir bewusst oder unbewusst auch im Alltag - unabhängig von einer repräsentierenden Stellvertreterrolle in einer Aufstellung. Aus diesem Grund halte ich den Begriff "Repräsentierende Wahrnehmung" für zu einschränkend. Meiner Ansicht nach würdigt der Begriff "Resonierende Empfindung" dieses Resonanz-Phänomen umfassender.

 

Bisher existierende Forschungen und Untersuchungen zu Aufstellungen werden auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Systemaufstellungen beschrieben.

 

Hier findest du ein Video zum entsprechenden Phänomen "Aufstellungsarbeit"... LINK

 

Wir nutzen dieses Phänomen "Der Beobachter beeinflusst das, was er beobachtet" in Aufstellungen mit Hilfe von fühlenden Rollenspielern und ihrer "resonierenden Empfindungen" als Feedbackschleife für uns selbst - zum Reifen und Wachsen und zur Weiterentwicklung verschiedener Themen und Probleme in Richtung Lösung und Happy End.

Das Phänomen ist viel zu kostbar, um es einfach so auszublenden oder in die Humbug-Ecke zu schieben. Lasst es uns ernsthaft und vielfältig nutzen! Wir haben hier mit Hilfe unserer Empfindungen einen genialen Zugang zu einer neuen Ebene der menschlichen Kommunikation und des Sich-gegenseitig-Spiegelns, um sich optimal weiterzuentwickeln.

Es braucht keine Rituale und keinen speziellen "Rahmen", um dieses Phänomen praktisch für sich selbst einsetzen und nutzen zu können. Jeder empathische Mensch kann es - zu zweit, im Freundeskreis oder sogar allein. Auch ohne fachlichen, therapeutischen, schamanischen, spirituellen oder esoterischen Rahmen. Und auch ohne den Rahmen der Freien Systemischen Aufstellungen. Einfach nur als natürliche "Empathie", die sich viel weiter erstreckt als nur auf den einfachen zwischenmenschlichen Kontakt in der direkten Begegnung.

 

Ich bin inzwischen über die bisher übliche "Beobachter-Ebene" in Aufstellungen hinausgegangen und beschreibe auf den nächsten Seiten meine aktuellen persönlichen Erkenntnisse über diese resonierenden Empfindungen und wie wir im Freien Aufstellen noch effektiver damit umgehen können. Ganz praktisch und direkt.

 

 

 

© Copyright 2014 Olaf Jacobsen

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